Linden-Dahlhauser Turnverein 1876/1888 e. V.
Linden-Dahlhauser Turnverein 1876/1888 e. V.

Chronik

1876 - 1888 Mitte des Jahres 1876 wurde in den damaligen Dorfgemeinden Linden und Dahlhausen unter der Führung von Dr. Krüger - bekannter Heimatdichter, Knappschaftsarzt und Begründer des katholischen Krankenhauses Linden - ein Turnverein gegründet. Er nannte sich “Linden-Dahlhauser Turnverein, Linden an der Ruhr”.

 

Weitere Förderer des Vereins bis zum Jahre 1886 waren bekannte Persönlichkeiten aus den beiden Gemeinden, wie Heinrich Ernst, Apotheker, sowie der Fabrikant Dr. Carlos Otto aus Dahlhausen. Sie setzten die ersten erfolgreichen Akzente. Ringen und Gerätturnen waren Merkmale des Vereinslebens. Unter primitiven Verhältnissen wurde an selbst hergestellten Geräten geturnt.

 

1888 - 1907 Im Jahre 1888 wurde der Ruhr-Turn-Club in Dahlhausen mit einigen bekannten Männern, die bis dahin Mitglied im Lindener TV waren - Julius Schwindt, Bergarbeiterführer dieser Zeit, der zusammen mit seinem Weg- und Kampfgefährten Heinrich Kämpchen von sich reden gemacht hat - gegründet. Da sich einige Turner dem Stemmen widmen wollten, gründeten sie im Jahre 1895 den Stemmklub Linden. Zu den beiden bereits bestehenden bürgerlichen Turnvereinen wurde im Jahre 1904 der Arbeiter Turn- und Sportverein gegründet.

 

1907 - 1924 Im Jahre 1907 kam es im Ruhr-Turn-Club zu einem Zerwürfnis, das mit dem Austritt vieler Mitglieder endete. Es kam zu einer Neugründung eines Turnvereins mit dem Namen: Turnverein Einigkeit Dahlhausen. Ende 1918 benannte sich der Ruhr-Turn-Club in Turn- und Spielverein Linden-Dahlhausen 1888 um und schloss sich sogleich dem Allgemeinen Deutschen Turnerbund an. Im Jahre 1920 gründete sich der zweite Arbeiter Turnverein “Frisch-Auf” Oberdahlhausen.

 

1924 - 1933 Im Jahre 1924 verhandelte der Stemmklub Linden, nachdem die Gespräche mit dem TV Linden gescheitert waren, mit dem TV Einigkeit Dahlhausen über die Eingliederung seiner Mitglieder. Der Stemmklub wurde mit allen Rechten und Pflichten übernommen. Die beiden Arbeiter-Turnvereine hörten mit Beginn des Jahres 1933 auf zu existieren. Die weiblichen und männlichen Mitglieder schlossen sich dem Lindener bzw. Dahlhauser Turnverein an. Der Turn- und Spielverein, der dem nunmehr verbotenen Allgemeinen Deutschen Turnerbund angehörte, vereinigte sich am 5. November 1933 mit dem TV Einigkeit zum TV Einigkeit Bochum-Dahlhausen 1888, der schwerpunktmäßig das Gerätturnen pflegte.

 

1933 - 1975 In den nunmehr verbliebenen Turnvereinen aus Linden und Dahlhausen kam es in den 60er Jahren zu gewollten Annäherungen, sowohl auf der Mitglieder- als auch auf der Vorstandsebene. Die Vielseitigkeit beider Vereine wurde in der Öffentlichkeit gezeigt, und aus dieser Zusammenarbeit entstand eine Leistungsgemeinschaft. Es wurden Leistungsgruppen in der Leichtathletik, beim Gerätturnen und beim Prellball gebildet. Ende 1974 beschlossen beide Vereine unter den Vorsitzenden Wolfgang Schneider (TV Linden) und Wolfgang Hoppe (TV Einigkeit Dahlhausen), sich zusammen zu schließen.

 

1975 - 1978 Die erwartete Vereinigung erfolgte am 5. Juli 1975 unter der Leitung von Helmut Leimann, der bis dahin die inoffizielle Leitung der Leistungsgemeinschaft inne hatte, in der Gaststätte “Jägerhof”, Lindener Str. in Bochum-Linden. Der Name des Vereins wurde von den Mitgliedern bestimmt; er lautete Linden-Dahlhauser Turnverein 1876/1888 (LDT). Helmut Leimann wurde von den Mitgliedern zum 1.Vorsitzenden des LDT gewählt. Der LDT wurde durch den Zusammenschluss beider Vereine im Jahr 1975 ein Großverein mit knapp 500 Mitgliedern; der Mitgliederbestand nahm nun rasant zu.

 

Mit 34 Übungsleiter/innen und Sportlehrern wurde der Turnbetrieb fortgeführt; das sportliche Angebot wurde wesentlich erweitert. Damit stieg auch gleichzeitig die Zahl der sportlich Interessierten. Die Leistungsgruppe im Gerätturnen der Mädchen zählte schon bald zu den Besten des Emscher-Ruhr-Turngaues und schaffte den Aufstieg in die Landesliga des Westfälischen Turnerbundes (WTB). Später kam das Gerätturnen der Männer hinzu, deren Leistungsriege in der Landes- und Oberliga des WTB turnte. Ebenso erfolgreich ging es bei den Leichtathleten und den Prellballern zu. Es wurden immer wieder hervorragende Erfolge und Platzierungen auf Gau- und Landesebene erzielt. Einige Male konnten beim Prellball im Jugendbereich die Titel ”Westdeutscher Meister” und auch ”Deutscher Meister” errungen werden. Auch die Volleyballer des LDT konnten sich in den Meisterschaftsspielen gut behaupten.

Die Bemühungen einer bereits bestehenden Gemeinschaft älterer, aktiver Turner, die die Aufgabe hatten, ältere und passive Mitglieder wieder intensiver am Vereinsleben zu beteiligen, wurden dankbar angenommen. Daraus entwickelte sich später die Seniorengruppe.

 

1978 - 1990 Im Jahre 1978 ging der LDT mit dem belgischen Turnverein “Turnkring Relax”, Borsbeek bei Antwerpen eine Partnerschaft ein, die bis heute fortdauert.

 

Im Sommer 1987 wurde die Herzgruppe mit 10 Personen ins Leben gerufen. Sie bietet Personen, die einen Herzinfarkt, Herzschaden oder eine Herzoperation hinter sich haben oder davon bedroht sind, die Möglichkeit, sich unter ärztlicher Aufsicht und unter fachkundiger Anleitung durch speziell dafür ausgebildete Übungsleiter/innen sportlich zu betätigen. Die Herzgruppe zählt inzwischen 80 Mitglieder, die sich in 3 Gruppen zu angemessener sportlicher Betätigung treffen.

 

1990 - 1996 Zu Beginn des Jahres 1990 wurde die Triathlongruppe gegründet.

 

Helmut Leimann trat nach 15 Jahren als Vorsitzender des LDT ab und übergab den Taktstock an Dr. Klaus Prieß. Die Mitgliederversammlung ernannte Helmut Leimann für seine langjährigen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden.

 

Die Zahl der Beteiligten an Landes- und Deutschen Turnfesten wurde immer größer. Einer der Höhepunkte war dabei das Deutsche Turnfest 1990 in Dortmund/Bochum. Mitglieder des LDT haben in der Organisation und bei der Betreuung zahlreicher am Turnfest teilnehmender Vereine (besonders aus dem Saarland), die in Linden-Dahlhausen untergebracht waren, mitgewirkt. Bei diesem Turnfest wurde das Rhönradturnen so attraktiv vorgeführt, dass sich jüngere Mitglieder dafür interessierten. Schon nach kurzer Zeit baute der LDT selbst eine Rhönradgruppe auf, die sich inzwischen sehr gut entwickelt hat und an Wettkämpfen und Vorführungen teilnimmt.

 

Zur Verbesserung des Informationsflusses zwischen den einzelnen Gruppen, den Mitgliedern und dem Vorstand wurde das LDT-Magazin ins Leben gerufen und erscheint seither zweimal pro Jahr. Das ermöglicht auch den wenigen passiven Mitgliedern wissenswerte und interessante Nachrichten aus dem Vereinsleben zu erhalten und auf diesem Wege am Vereinsleben teil zu nehmen.

 

1996 - 2000 Im Jahre 1996 informierte der Deutsche Turnerbund (DTB) die Sportvereine über Richtlinien für den Gesundheitssport. Danach können die Vereine nach spezieller Ausbildung hierfür infrage kommender Übungsleiter/innen das Gütesiegel "Pluspunkt Gesundheit. DTB" beantragen, das der DTB für besonders gesundheitsfördernde Vereinsangebote vergibt. Der LDT ergriff die Gelegenheit und erwarb schon kurze Zeit später durch die Angebote Koronarsport, Yoga, wirbelsäulenschonende Gymnastik, Aerobic/Fitness- und Kraftgymnastik, Fitnessgymnastik für den Rücken und Gesundheitssport für Ältere (50Plus) das Prädikat "Pluspunkt Gesundheit. DTB" (jetzt zusätzlich vom Landessportbund (LSB) benannt: "Sport pro Gesundheit")

 

Der LDT, der mit den Jahren deutliche Zuwächse an Mitgliedern hatte, benötigte auch eine Begegnungsstätte, besonders für die Jugend, aber auch für alle anderen Vereinsmitglieder. Der Vorstand hatte in den letzten 20 Jahren durch Anmieten von Räumlichkeiten zunächst in der Eiberger Str., dann im “Haus Otto”, weiter in der Villa von Dr. C. Otto diesen Vorstellungen Rechnung getragen. Es war jedoch alles nur ein Behelf. Die Frage nach einem eigenen Vereinsheim wurde unter Vorstandsmitgliedern häufig diskutiert. Gespräche mit der Stadt und der Bezirksvertretung neben Beratungen durch den Landessportbund und die Bezirksregierung in Arnsberg führten zu ersten Ergebnissen. In der Grundstücksfrage hatte die Stadt Bochum an ein Grundstück in Erbpacht im westlichen Bereich der Stadionanlage “In der Hei” Ecke Sattelgut/Halfmannswiese gedacht. Planungen über die Größe des Grundstücks, des Gebäudes sowie über die Finanzierung wurden angestellt. Wegen zahlreicher Anforderungen und Auflagen war jedoch klar geworden, dass dieses Vorhaben nicht kurzfristig durchzuführen war.

 

Der Vorstand des Fußballvereins SG Linden-Dahlhausen, dem unsere Bemühungen bekannt waren, kam im Sommer 1996 auf uns zu und bot uns ihr Vereinsheim “Anpfiff” in der Hilligenstr. 16 zum Kauf an. In vielen Verhandlungen beider Vorstände und durch die Befragung der LDT-Mitglieder in einer noch im November einberufenen außerordentlichen Versammlung kam es dann zu einer Einigung. Am 27.12.1996 wurde der Kaufvertrag unterschrieben; der Besitzerwechsel fand am 01.04.1997 statt. In Eigeninitiative wurden Reparatur- und Verschönerungsarbeiten durchgeführt. Das zentral gelegene Vereinsheim erhielt den Namen “Turnschuh” . Es steht den Mitgliedern als ”Treff” zur Verfügung, beheimatet die Geschäftsstelle und wird für sportliche und festliche Aktivitäten genutzt.

 

2000- 2008 Bei der Jahreshauptversammlung Ende Januar 2000 zog sich Dr. Klaus Prieß vom Amt des 1. Vorsitzenden zurück. Ihm folgte Hermann Wenzel, der für die Übernahme des Amtes vorgeschlagen und von der Versammlung zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde.

Der Verein hatte über 2000 Mitglieder und war damit der größte Turnverein nicht nur in Bochum, sondern auch im gesamten Emscher Ruhr Turngau.

Für die Durchführung des Turnbetriebes waren über 60 Übungsleiter/innen und Sportlehrer verantwortlich.

Leider verringerte sich die Mitgliederzahl des Vereins in den folgenden Jahren. Durch die solide und kontinuierliche  Arbeit des Vorstandes war der LDT aber immer noch gut aufgestellt.

 

2008-2015 In der Jahreshauptversammlung 2008 wurde zum ersten Mal eine Frau - marTina Sauer - an die Spitze des Vereins gewählt.

Seit 2010 besteht der Vorstand mehrheitlich aus Frauen.

Der Verein engagiert sich zunehmend im Bereich Gesundheitssport. In diesem Rahmen wird auch der  Rehabilitationssport kontinuierlich ausgebaut. Mit vielen Angeboten aus Gesundheits- und Trendsportarten ist das Kurssystem zunehmend größer und attraktiver geworden. Dabei wird der Ausbildung und Fortbildung der Übungsleiter eine ganz besondere Bedeutung beigemessen.

Leider gelang es nicht vollständig die Mitgliederzahl zu halten. Durch verändertes Freizeitverhalten und den Ausbau verschiedenster Vereine und anderer Freizeitangebote im Umfeld verringerte sich die Mitgliederzahl auf 1600. Allerdings konnte der Mitgliederrückgang zuletzt deutlich reduziert werden, was Grund zu verhaltenem Optimismus gibt.

Die vielfältige Nutzung des Vereinsheimes, der Kursangebote und der Sportgruppen trägt weiterhin zur soliden Finanzlage des Vereins bei.

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